§ 1

Entwicklung und Rückschritt Es ist, genaugenommen, nach all den Jahren des Reifens und Erwachsenwerdens, nach all den Jahren der therapeutischen Angstbewältigung, nach all den Jahren des Lernens und Forschens, den Jahren, in denen der junge Mensch diese angsteinflößende Absolutheit der Kindheitsjahre überwindet, um sie mit abgeklärtem Lächeln zu relativieren, sie in den Kontext des Alltages einzureihen und sie nicht mehr als existentielle Bedrohung anzusehen, es ist nach all diesen Jahren, in denen der junge Mensch den Glauben an das Unendliche verloren hat und dies nach und nach nicht mehr als Fluch, sondern vielmehr als Segen begreift, weil nun alles relativiert werden kann, nach all diesen schmerzerfüllten und harten Lehrjahren ist es nicht mehr besonders schlimm, eine Spinne zu finden am unteren Rande des Heizkörpers im Badezimmer. Schlimm ist es vielmehr, sie dort eines Nachts nicht mehr zu finden.

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Published in: on Juli 19, 2007 at 4:01 pm  Schreibe einen Kommentar  

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