Wunderbare Medienwelt, Bild 4

Zweierlei Maß, keinerlei Kenntnis Ja, ich weiß: Spott über falsch gesetzte Apostrophe ist ein alter Hut und gemein und doof. Trotzdem.

Klickt man auf jenes Banner, das ich hier vorstelle, landet man auf der durchaus gelungenen und ehrenwerten Homepage des besagten Herrn Zauberers W. S., auf der sich – auf den ersten Blick jedenfalls – kein dergestalter faux pas wie ausgerechnet auf dem Werbebanner und also dem Blickfänger schlechthin findet (und ich unterstelle, daß das Banner von jemand anderem erstellt worden ist als vom Webmaster der Homepage).

Interessant daran ist allerdings, daß hier zwei direkt nebeneinanderstehende, gleich verwendete und daher eigentlich derselben Beugung unterliegende Substantive unterschiedlich geschrieben werden, was darauf hindeutet, daß sich der Ersteller dieses Werbebanners aber sowas von keine Gedanken gemacht hat, oder aber ganz schön doof ist.

Und nein, ich gehe nicht konform mit der Ansicht meines Kollegen, es handle sich hierbei um die eliptische Form von „Show us“.

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Published in: on Januar 28, 2010 at 2:55 pm  Schreibe einen Kommentar  

Wunderbare Medienwelt, Bild 3

Nur zu Ihrer eigenen Sicherheit Gut möglich, daß diese Funktion der Sicherheit meiner Daten dient. Ich selbst fühle mich jetzt allerdings alles andere als sicher…

Published in: on Januar 13, 2010 at 10:00 pm  Schreibe einen Kommentar  

Wunderbare Warenwelt, Bild 31

Früchte des Zorns 45 Jahre nach dem Tod von Malcolm X ist dessen – ambivalente – Botschaft der frühen Jahre seines Wirkens auch in der ansonsten weitgehend weiß geprägten Wunderbaren Warenwelt angekommen, und die Früchte des Zorns sind in Form von Avocados endlich auch hierzulande für jedermann leicht konsumierbar im Lebensmittelgeschäft zu erhalten.

Published in: on Januar 11, 2010 at 11:07 pm  Comments (2)  

Wunderbare Warenwelt, Bild 30

Willkommen, Kind! Der hier auf einem Strampelanzug der Güteklasse A abgebildete Spruch scheint, auf den ersten Blick, eine frohe Willkommensbotschaft an das Neugeborene sein, dem Herzlichkeit, Vorfreude und ein großes Glücksversprechen innewohnen, Botschaften also, die dem Kinde den Weg ebnen sollen in eine glückliche Welt voller Energie, Liebe und Zuversicht und die in ihrer Arglosigkeit den üblichen Frischgebackeneelternsprüchen auf Gutmenschenglückwunschpostkarten in nichts nachstehen.

Beim genaueren Hinsehen allerdings sollte das aufmerksame Elternpaar ins Stutzen geraten. Denn neben dem Schreibfehler bei „Willkommen“ (freilich müßte dies hier klein geschrieben werden) und der fehlenden Interpunktion (die einer poetischen Freiheit geschuldet sein mag), sind es die Zeilen zwei und drei, die wie eine Bedrohung wirken und ein weiteres Mal auf die bewundernswert kluge Skrupellosigkeit der Wunderbaren Warenwelt hindeuten. Denn wenn das Kind den Strampelanzug trägt, wieso sollte sich dann die arglose Welt noch auf das Kind freuen, wo es doch bereits hier und angekommen ist? Wieso sollen alle glücklich werden, wo sie es doch als Eltern und Kindesumfeld bereits sind? Und wieso beginnen die Worte in Zeile drei alle mit Großbuchstaben? Antworten auf diese clevere Glückwunschpostkartencamouflage finden sich vielleicht im AWG-Modecenter, wo sich das Kind als heißbegehrter Neukunde bis ins hohe Alter hinein mit Kleidung der Güteklasse A eindecken kann.

Published in: on Januar 11, 2010 at 10:01 am  Schreibe einen Kommentar  

Wunderbare Medienwelt, Bild 2

Freud, ick hör dir trapsen Psychologisch nichts Neues: Oft geschieht es, daß ein gesellschaftliches Tabu sich mehr oder minder unterbewußt seinen Weg in den freien Diskurs bahnt. Vor allem solch große, existentielle Tabus wie der Tod, dessen behutsame Enttabuisierung im vorigen Artikel dieses kleinen Blogs besprochen wurde, sucht sich oft medial dialektische Wege zwischen großer Internetportal-Startseite und kleinem – vermeintlichem – Tippfehler, um sich von den diskursiven Fesseln zu befreien. Hier z. B. hat der Journalist, der poetischen Funktion der Sprache nach Roman Jakobson folgend, den existentiellen Metatext des „Torschusses“ jenes frustrierten Fans ganz freudsch an die Oberfläche gekehrt und damit dem Unterbewußten eine klare Stimme verliehen. Ob er sich den vorigen Artikel zu Herzen genommen, oder ob sich nur seine unterbewußte Angst gegen die gängige Rechtschreibung durchgesetzt hat?

Published in: on Januar 8, 2010 at 3:21 pm  Schreibe einen Kommentar